Der Kulturhistorische Wanderweg Muschenheim

Wir begrüßen alle recht herzlich in unserer Region.

Die Region rund um Lich ist um eine wunderschöne Freizeitgestaltung reicher geworden: Auf dem Kulturhistorischen Wanderweg rund um den Licher Stadtteil Muschenheim durchläuft man mehrere Jahrtausende Geschichte unterschiedlichster Ausrichtung: Ob das Megalithgrab Heiliger Stein nahe der Hügelgräber, der Limesturm oder das Kloster Arnsburg mit dem Kastell und dem Amphitheater. Und dies alles durch eins der schönsten Naturfleckchen Hessens: Durch Feld, Wald und Wiesen, entlang dem Wels-Bach und der Wetter. Zum Abschluss genießt man das wunderschöne Muschenheim am Rathausplatz und nimmt Platz im Restaurant „Zum Heiligen Stein“ Kulturhistorischer Wanderweg. Oder macht Rast nach der Erkundung des Limesturms in Birklar in der Pizzeria „La Dolce Vita“ roter-kreis-3 oder im Restaurant „Klosterwald direkt am Kloster Arnsburg roter-kreis-1. Alle drei bieten etwas für den Durst sowie Kleinigkeiten und eine große Karte. Als besonderes Highlight bietet sich ein Besuch des Ateliers Peter Seharsch roter-kreis-4 oder der Galerie im Kloster Arnsburg roter-kreis-5 an.

Auf unserem Kulturhistorischen Wanderweg kommt man auch an den Ausgrabungen der Villa Arnesburg vorbei. 

Nördlich von Muschenheim wurde 1991 in der Flur „Auf dem Weiher“ bei einer Feldbegehung eine archäologische Fundstelle durch Scherbenfunde entdeckt. Eine erste Ausgrabung auf diesem Areal fand dann bereits 1993 unter der Leitung von Dr. Mathias Austermann statt. Hierbei wurden neben einigen Resten einer keltischen Siedlung vor allem zahlreiche mittelalterliche Bauspuren aus der Zeit von etwa 750 bis 1200 n. Chr. festgestellt. In mittelalterlichen Schriftquellen fand sich auch der Name des Ortes: Arnsburg. 2014 hat das Landesamt für Denkmalpflege, Abteilung hessenARCHÄOLOGIE, die Forschungen an dieser Stelle wieder aufgenommen und seitdem jährlich Grabungen durchgeführt. Die Ergebnisse sind bemerkenswert. Mittlerweile wurden bereits die Überreste von 20 Grubenhäusern entdeckt, die zwischen dem 8. und dem 12. Jahrhundert entstanden sind ­ für eine ländliche Siedlung dieser Größe eine sehr beachtliche Zahl. Grubenhäuser sind durchschnittlich 15 m² große, in den Boden eingetiefte Gebäude. Sie dienten in erster Linie der Produktion von handwerklichen Erzeugnissen, insbesondere der Herstellung von Textilien. Die Wohnhäuser und anderen Nutzbauten also beispielsweise Ställe und Scheunen, bei denen es sich um Holz- bzw. Fachwerkgebäude handelte, sind in unmittelbarer Nähe der bisherigen Grabungsflächen zu erwarten.

Besonders spannend ist die Entdeckung eines für eine ländliche Siedlung ungewöhnlichen Steinbaus aus dem 11./12. Jahrhundert. Er war rund 6 x 8 m groß und wies ca. 0,8 bis 0,9 m starke Wände auf, wobei die Steine in Lehm versetzt waren. Wahrscheinlich bestand nur das Erdgeschoss aus Stein, auf dem ein oder sogar zwei Stockwerke aus Fachwerk gebaut waren. Ein derartiges Gebäude könnte als Wohnsitz für Angehörige aus dem ­ niederen ­Adelsstand gedient haben.

Die Besonderheit dieses Fundplatzes spiegelt sich auch im reichen Fundspektrum wider. So konnten bisher vier Reitersporen aus dem 8. bis 10. Jahrhundert geborgen werden, die im ländlichen Raum selten sind und einen Hinweis auf die Anwesenheit einer als vermögend zu bezeichnenden Personengruppe geben. Zudem fanden sich unter anderem auch Hufeisen und Pferdegeschirrteile, zahlreiche Keramikfragmente sowie Knochen von Nutztieren. Viele Schmiedeschlacken belegen eine Verarbeitung von Eisen und ein Gusstiegel die Herstellung von Gegenständen aus Buntmetall an diesem Ort.

Der Siedlungsplatz lag in unmittelbarer Nähe der im 10. Jahrhundert gegründeten Burg Arnsburg auf dem Hainfeld, die im 11. und 12.Jahrhundert umfangreich ausgebaut wurde. Sie gehörte den Reichsministerialen von Hagen und Arnsburg, die wichtige Dienstleute der deutschen Kaiser und Könige waren. Ab etwa 1150 erbauten sie sich in Münzenberg eine neue, repräsentative Burg, nach der sie sich dann fortan nannten. Wahrscheinlich diente die Siedlung Arnsburg den Bewohnern der gleichnamigen Burg auf dem Hainfeld als Wirtschaftshof, der sie mit Gütern des täglichen Bedarfs versorgte. Möglicherweise stammten sogar die Gründer der Arnsburg aus dieser Siedlung, die mindestens 100 bis 150 Jahre älter als die Befestigungsanlage ist. 1174 wurde der Ort Zisterziensermönchen aus Eberbach im Rheingau geschenkt, die in der Folgezeit das Kloster Arnsburg errichteten. In diesem Zusammenhang mussten die Bewohner die „villa Arnesburg“ verlassen. Vielleicht ließen sie sich in Münzenberg nieder, das im Schutze der neuen Burg zur Stadt heranwuchs.

Der siedlungsgünstige Platz an der Wetter kann übrigens auf eine noch weitaus ältere Geschichte zurückblicken. Funde aus der Jungsteinzeit, der Bronze- und Eisenzeit, der Zeit um Christi Geburt sowie germanische Hinterlassenschaften des 4./5. Jahrhunderts nach Christus belegen die Attraktivität dieser Stelle über mehrere Jahrtausende hinweg.

Fazit: Die Wüstung Arnsburg gehört zu den sehr wenigen früh- und hochmittelalterlichen Siedlungen in Hessen, die bisher in größeren Ausschnitten archäologisch untersucht werden konnten. Sie gewährt uns vielfältige Einblicke in Leben und Arbeit der Menschen der damaligen Zeit, die die Schrift- und Bildquellen nicht bieten. Darüber hinaus besitzt der Ort aufgrund seiner engen Verbindung mit einem der bedeutendsten hochmittelalterlichen Adelsfamilien in der Wetterau, die eng mit den Herrschern der Salier- und Stauferzeit verbunden waren, auch eine wichtige geschichtliche Bedeutung.

Die mittelalterlichen Baureste und Funde werden im Rahmen einer Doktorarbeit an der Ludwig-Maximilians-Universität München bearbeitet.

Weitere Infos über das Landesamt für Denkmalpflege Hessen unter Hessenarchäologie.

Kulturhistorischer Wanderweg

 

 

Herzlich Willkommen
zum Wandern, Verweilen und Genießen.

Vielleicht haben Sie Glück und begegnen unserer dritten Naturschutzkönigin Nora Weitzel. Übrigens ist sie die einzige in Deutschland. Sie trägt die Natur in Händen und setzt sich für die Belange des Naturschutzes rund um Muschenheim ein. Auf dem mittlerweile weit über die Wetterau bekannten Kulturhistorischen Wanderweg wird sie einige Begehungen geleiten und ihre Verbundenheit zur Natur über weitere repräsentative Aufgaben zeigen.

 

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Die Route 1 | 10,2 km – für die Unermüdlichen

Rathausplatz -> Kloster Arnsburg -> Burgwüstung Arnsburg -> Kastell Arnsburg/Alteburg -> Amphitheater -> Megalithgrab Heiliger Stein -> Hügelgräber -> Limesturm -> Evangelische Kirche -> Rathausplatz

Bei über 10 Kilometern kehren Sie auf jeden Fall irgendwo ein, oder? Das ist die Rundum-Route, in der Sie den gesamten Kulturhistorischen Wanderweg erkunden können.

Herzlich Willkommen!

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Die Route 2 | 4,1 km – für die Historiker

Rathausplatz -> Kloster Arnsburg -> Burgwüstung Arnsburg -> Kastell Arnsburg/Alteburg -> Amphitheater -> Rathausplatz

Da steht Einiges auf dem Programm, trotz kurzer Wegstrecke. Planen Sie genügend Zeit ein, um das Kloster mit nahe liegender Burgwüstung und Kastell ausgiebig zu erkunden. Das Amphitheater krönt Ihren Rundgang.

Herzlich Willkommen!

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Die Route 3 | 4,6 km – für die Genießer

Rathausplatz -> Megalithgrab Heiliger Stein -> Hügelgräber -> Rathausplatz

Genießen Sie die weitläufige Feldlandschaft mit den beiden Grabzielen, die gar nicht wie Gräber wirken. Die Ruhe und der Ausblick wird Sie begeistern.

Herzlich Willkommen!

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Die Route 4 | 4,1 km – für die Aufsteiger

Rathausplatz -> Hügelgräber -> Limesturm -> Evangelische Kirche -> Rathausplatz

Sie möchten hoch hinaus und anschließend in Muschenheim verweilen? Dann ist diese Route genau die Richtige für Sie. Bergauf geht es zum Limesturm, der Blick über Muschenheim mit seinem Umland entschädigt dafür umso mehr.

Herzlich Willkommen!

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