Erschienen im Licher Wochenblatt und online am 26.11.20:

Über 7000 Euro für die Kinder- und Jugendarbeit in Lich

Über 7000 Euro für die Kinder- und Jugendarbeit in Lich

Vor dem Vereinsheim an der Wetterbrücke freuen sich Naturschutzkönigin Nora Weitzel (hinten stehend) und Erster Vorsitzender Karl-Georg Opper (2.v.r.) sowie Vertreter des Vorstands und der Kinder- und Jugendabteilung über die Spende von der Sommerlotterie. (Bild: nab)

Lich (nab). Die erste Licher (Spät-)Sommerlotterie war ein voller Erfolg. Alle 1500 Lose wurden inzwischen verkauft und darüberhinaus beteiligten sich viele Unternehmen zusätzlich als Sponsoren. Über 7000 Euro konnten auf diese Weise für die Kinderund Jugendarbeit in Lich gesammelt werden. Nun können sich die begünstigten Vereine und Initiativen aus der Kernstadt und den Ortsteilen über die Gelder freuen. In den kommenden Woche stellen wir diese vor. Den Anfang machen heute der Freundes- und Förderkreis der Grundschule Langsdorf sowie der Naturschutzverein Muschenheim.

Freundes- und Förderkreis der Grundschule Langsdorf
»Wir freuen uns sehr über die finanzielle Unterstützung«, sagt Alexandra Höfeld vom Freundesund Förderverein der Grundschule Langsdorf (FGL). Gerade auch, weil in diesem Jahr die Einnahmen, die der Förderverein über seine Veranstaltungen generiert, weggebrochen sind. »Unsere letzte Veranstaltung war der Kinderfasching«, erläutert Höfeld. »Dann kam das Coronavirus.« Das bedeutet, dass beispielsweise die vorsortierten Kinderflohmärkte »Rund ums Kind« im Frühjahr und im Herbst in der Langsdorfer Volkshalle gar nicht stattfinden konnten. Die Spende aus der Sommerlotterie ist da ein willkommener Zuschuss. »Wir werden in naher Zukunft mit der Schulleitung abstimmen, wo ein Förderbedarf besteht«, sagt Höfeld. Denn die Aufgaben des FGL sind vielfältig. Es geht hauptsächlich darum, den Kindern positive Erfahrungen während der Grundschulzeit zu geben und ihre Potenziale zu fördern«, führt Höfeld aus.

Der Freundes- und Förderkreis der Grundschule Langsdorf unterstützt bislang die Familien der Grundschulkinder durch ein umfangreiches Betreuungsangebot. Für die Schülerbetreuung steht ein Betreuungshaus zur Verfügung, welches zuletzt während der Corona-bedingten Schulschließung vom Betreuungsteam in Eigenregie neu gestaltet wurde. Schon morgens ab 7.50 Uhr beginnt die Betreuung, wenn beispielsweise Unterrichtsstunden ausfallen. Nach Schulschluss bietet der FGL eine Nachmittagsbetreuung mit Mittagessen an. Außerdem organisiert der Verein AGs für die Grundschulkinder und bietet Betreuung in einem Teil der Ferien an. Desweiteren unterhält der FGL eine Bücherei, die von den Grundschulkindern genutzt werden kann, um deren Lesefähigkeit und Lesefreude zu fördern.

Auch bei der Gestaltung und der Förderung der Schule beteiligt sich der Verein, beispielsweise wenn es darum geht, die in die Jahre gekommenen Hochbeete zu erneuern oder Kopfhörer anzuschaffen, die von den Kindern für ein ungestörtes Arbeiten genutzt werden können.

Naturschutzverein Muschenheim
Auch der Vorstand des Muschenheimer Naturschutzvereins freut sich sehr, zu den begünstigten der ersten Licher (Spät-)Sommerlotterie zu gehören. Die Kinderund Jugendarbeit ist in den vergangenen sechs Jahren neben des Vogel- und Landschaftsschutzes und der Pflege des Kulturhistorischen Wanderweges zum Steckenpferd des Naturschutzvereins geworden. »Mit zahlreichen Aktionen rund um den Ort möchten wir den Kindern und Jugendlichen das Thema Naturschutz und Artenschutz näherbringen«, erläutert Karl-Georg Opper, der Erste Vorsitzende des Vereins. »Wichtig war es uns dabei auch, Kinder aus Flüchtlingsfamilien einzubinden, damit sich diese schnell im Ort wohlfühlen und Anschluss finden.«

Das Betreuerteam um Johanna und Kerstin Roth, Lucie und Olli Richter und Oskar Schaaf bereitet beispielsweise sechs- bis siebenmal im Jahr besondere Aktionen für die Kinder und Jugendliche vor. Ausgehend von der Vereinshalle an der Wetterbrücke geht es dann in die Natur, wo die Mädchen und Jungen alles rund um Fledermäuse oder Biber erfahren oder entlang des Welsbachs wässrige Überraschungen mit Frosch, Lurch und Co. erleben. Selbst aktiv werden sie beim Bau von Nistkästen und Insektenhotels oder beim Gestalten eines Unterschlupfs für Amphibien. Zurück an der Vereinshalle gibt es dann auch eine Stärkung für die kleinen Naturforscher. Dem Alter der Kinder entsprechend, gibt es drei Gruppen, für Kinder bis sechs Jahren, für Grundschulkinder und für alle älteren. »Der Spaßfaktor und der Erlebniswert stehen bei unseren Treffen im Vordergrund«, sagt Vorsitzender Opper mit Blick auf die Aktionen. »Kinder erfahren bei uns im Team, was es in unserer Natur alles zu entdecken gibt. Und sie erfahren, wie wir der Natur helfen können, Raum für Mensch, Tier und Pflanzen gleichermaßen einzurichten und wertzuschätzen.«

Und weil dem Verein die Kinderund Jugendarbeit wichtig ist, hat sich der Vorstand dazu entschieden, Kinder und Jugendliche bis 14 Jahren kostenlos als Mitglieder im Verein aufzunehmen. »Und auch der Familienpreis von 20,- Euro pro Jahr soll für Familien ein Willkommensgruß sein«, macht Opper deutlich. »Denn Kinder und Familien stehen für unsere Zukunft und für einen würdigen Umgang mit der Natur«, betont der Vorsitzende. Auch wenn die Treffen gerade aufgrund der Verordnungen zur Bekämpfung des Coronavirus nicht stattfinden können, so freuen sich alle schon jetzt darauf, wenn es wieder losgehen kann. Dann soll auch die Feier zum 40-jährigen Bestehen des Naturschutzvereins nachgeholt werden und eine neue Naturschutzkönigin vorgestellt werden. Denn auch das macht den Verein einzigartig. Er war der erste Verein, der deutschlandweit die erste Naturschutzkönigin inthronisiert hat, um für die Anliegen der Natur zu werben.

Erschienen in der Gießener Allgemeine und online am 01.09.20:

Ein gelbes Band am Baumstamm heißt: Pflück mich!

Ein gelbes Band am Baumstamm heißt: Pflück mich!

So schön der Herbst auch sein kann, so traurig sind manche Bilder, die sich auf unseren Streuobstwiesen vereinzelt auftun. Während einerseits im Supermarkt Äpfel aus Neuseeland oder Chile auf den Kauf warten, verfaulen immer wieder nicht unerhebliche Mengen an Äpfeln vor unserer Haustür. „Hier müssen wir etwas machen“, zeigt sich Bürgermeister Dr. Julien Neubert überzeugt und initiierte deshalb eine Aktion, die in anderen Bundesländern bereits erfolgreich umgesetzt wird: gelbe Bänder an Obstbäumen signalisieren, dass hier Äpfel von jedermann geerntet werden können. Gemeinsam mit dem Naturschutzverein Muschenheim wird die Aktion nun erstmals in diesem Jahr in Lich durchgeführt. 

„Mit diesem Projekt möchten wir uns für einen nachhaltigen Umgang mit Lebensmitteln und eine sinnvolle Verwertung von Obst, das sonst an oder unter Bäumen verfaulen würde einsetzen“, so Karl-Georg Opper für den Naturschutzverein.

Keine neue, aber dafür ausgezeichnete Idee. Der Landkreis Esslingen in Baden-Württemberg hat hierfür vor kurzem vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft den Bundespreis „Zu gut für die Tonne“ erhalten.

Die Ausführung des Projektes ist einfach:
Obstbäume auf Streuobstwiesen, Flurbereinigungsflächen oder an Straßen, deren Eigentümer Äpfel, Birnen oder Zwetschgen nicht selbst ernten und verwerten können, werden mit einem um den Stamm gebundenen gelben Band markiert. Das signalisiert: Hier darf geerntet werden. Die Ernte erfolgt auf eigene Verantwortung und ist nur für die private, nicht aber für die kommerzielle Verwertung gedacht. Die benötigten gelben Markierungsbänder aus reißfestem Papier, welche nach 1-2 Jahren verwittern, werden von der Stadt zur Verfügung gestellt.

Wer also selbst Bäume zum Abernten zur Verfügung stellen möchte, kann sich die gelben Bänder zu den jeweiligen Öffnungszeiten im Bürgerbüro der Stadt Lich, Kirchenplatz 12, 35423 Lich oder beim Naturschutzverein in Muschenheim abholen.
Die Kosten für die Aktion: unerhebLICH.

Der Aufwand der Aktion: erfreuLICH gering Der Nutzen der Aktion: in Zeiten, in denen viel über Nachhaltigkeit, Regionalität und Lebensmittelqualität diskutiert wird: unbeschreibLICH.

Alles nochmal zusammengefasst im Flyer-GelbesBand

Siehe auch Pressemitteilung in der Gießener Allgemeine