Veröffentlicht am 31.08.2016 von
Trotz Hinweis bei Naturschutz Bauern „nicht schlechtmachen“

Rechts und links ist der Acker frisch gepflügt, in der Mitte der Feldweg einwandfrei erhalten: So ist es (unter anderem in Langd) zum Leidwesen des Nabu nicht immer. (Foto: Hogen-Ostlender)

ARTENVIELFALT Bodo Fritz: Stadt und Behörde haben auf Gutachten nicht reagiert

MUSCHENHEIM/LANGD – (atb). Ursachen für den Rückgang der Artenvielfalt liegen nach den Worten von Bodo Fritz in der Landwirtschaft. Er wolle die Landwirte aber nicht aufs Korn nehmen, sagte der Referent vom Nabu Langd, der dort auch Vorsitzender des VNULL ist, sondern ein Miteinander bewirken. Das könne auch funktionieren. Es gehe der Landwirtschaft auch nicht so gut. Fritz sprach im Kommunikationszentrum über sein Thema.

Seit Jahrzehnten sei die Artenvielfalt der Kulturlandschaft im Rückgang, so der Referent. „Biodiversitätsstrategien“ sei ein tolles Stichwort der Politik, doch Natura 2000 – ein zusammenhängendes Netz von Schutzgebieten innerhalb der Europäischen Union – werde kaum umgesetzt. Von 60 Milliarden Euro, die von der EU an die Deutsche Landwirtschaft gehen, würden 40 Prozent in die Agrarlandschaft geführt, aber nicht im Sinne des Naturschutzes eingesetzt. Schutzzonen und Naturflächen würden kleiner. Dadurch komme der Artenschwund. Der Nabu wünsche sich zwölf Milliarden Euro als Anteil für den Naturschutz.

Aus seinem eigenen Ort gab er ein Negativ-Beispiel: „In Langd haben wir ein Flurgutachten erstellt. Das liegt der Stadt Hungen und der Unteren Naturschutzbehörde vor.“ Feldwege, die im Rahmen der Flurbereinigung festgelegt wurden, würden einfach als Acker genutzt, Teile von Streuobstwiesen einfach umgepflügt.