Veröffentlicht am 23.05.2018 von Muschenheimer nehmen am Landesentscheid „Unser Dorf hat Zukunft“ teil.

MUSCHENHEIM (rch). Aufgeregt warteten die Organisatoren mit dem Vorsitzenden des im Frühjahr neu gegründeten Ortsvereins, Josef Benner, Bürgermeister Bernd Klein, Landrätin Anita Schneider, Ortsvorsteher Burkhardt Seipp, Vereinsmitglieder und etliche interessierte Bürger aus Muschenheim auf die Ankunft der Landesbewertungskommission zur Begehung des Ortes für den 36. Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“. Im Vorfeld hatte sich Muschenheim dank des ersten Platzes im Regionalentscheid für den Landesentscheid qualifiziert.

Seit Monaten haben sich die Bewohner und Ortsbeiratsmitglieder auf den Besuch der Kommission vorbereitet, um ihre Ideen und Projekte zur Zukunftssicherung ihres Ortes zusammenzuführen und publik zu machen. Mit 17 anderen hessischen Dörfern kämpft Muschenheim nun um den Landessieg. Für die Bewertung ausschlaggebend sind Kriterien wie die allgemeine Ausgangssituation, die historischen Wurzeln und die Gestaltungs- und Entwicklungsmöglichkeiten.

Die Kommission unter Leitung von Hiltrud Schwarze vom Regierungspräsidium Kassel hatte die Zielsetzung der Bürger nach dem Motto: “ Was wollen wir – Was haben wir erreicht – Was ist noch zu tun?“ und die Umsetzung der Ziele zu beurteilen. Unter den kritischen Augen der Jurymitglieder wurden die Ergebnisse der Dorfgemeinschaft bei Rundgängen besichtigt.

Tour eins widmete sich dem Gemeindeschwesterprojekt, dem Kindergarten, den aktuellen Ausgrabungen zum Thema Siedlungen im Mittelalter und der neugestalteten Sport- und Kulturhalle. Tour zwei führte durch den alten Ortskern. Infrastruktur, Dorfentwicklung, Aktivitäten wie beispielsweise des Naturschutzvereins, der Feuerwehr, der Kleintierzüchter, der Landfrauen und die Aktivitäten rund um Weihnachtsmarkt und vieles mehr wurden hierbei vorgestellt. Auf der Außentour lernten die Mitglieder der Kommission den Kulturhistorischen Wanderweg kennen, der 5000 Jahre Kulturgeschichte in Muschenheim repräsentiert. Naturschutzmaßnahmen, Streuobstwiesen, die aufwendig restaurierte Neumühle, Landwirtschaft und Direktvermarktung sowie die Förderung des Tourismus rundeten diese Tour ab.

Was konnte umgesetzt werden?
Der Dorfverein wurde im Frühjahr als Bindeglied zwischen Bürgern, Vereinen und städtischen Gremien gegründet. Eine Imagebroschüre über Muschenheim wurde aufgelegt. Eine Graffitiaktion für Jugendliche fand auf dem Weidehof statt. Es wurden sieben Hektar Bienenweiden angelegt. Auch wurden Tourenguides ausgebildet, die für Touristen zur Verfügung stehen. Es wurden Arbeitsgruppen gebildet, die sich um die Pflegemaßnahmen auf dem Friedhof, auf dem Spielplatz und dem Kindergarten kümmern.

Zukünftiges
Was wollen die Muschenheimer noch umsetzen? Der Ortsverein hat bei einem Wettbewerb der Volksbank Mittelhessen ein Auto gewonnen, das die Mobilität innerhalb des Dorfes erhöhen und unter anderem für Fahrten älterer Mitbürger zu Ärzten genutzt werden soll. Der Aufbau eines Treffpunkts mit Dorfladen steht an. Das Sportfeld soll weiterentwickelt und die Betreuungsmöglichkeiten in der Kindertagesstätte soll beleuchtet werden.

Als Bewertungsrahmen für die Kommission sind Entwicklungskonzepte und wirtschaftliche Initiativen, bürgerschaftliches Engagement und kulturelle Aktivitäten, Baugestaltung und Siedlungsentwicklung, Grüngestaltung im Dorf und der Bezug zur Landschaft und die Gesamtbetrachtung maßgebend. Inwieweit Muschenheim punkten konnte und eventuell den Landesentscheid für sich gewinnen und dann im Sommer 2019 beim 26. Bundeswettbewerb antritt, wird sich am 15. Juni entscheiden. Die Siegerehrung findet am 23. September in Wartenberg im Vogelsbergkreis statt. Alle Infos gibt es unter www.rp-kassel.hessen.de.

Als Preisgelder für den Landesentscheid winken für den Sieger 6000 Euro. Gestaffelt geht es herunter bis zum fünften Platz: 3000 Euro, 2000 Euro, 1000 Euro und 500 Euro. Es gibt vier Mal einen Sonderpreis von je 1000 Euro zu gewinnen. Für herausragende Gemeinschaftsleistungen kann die Bewertungskommission eine Anerkennung in Form einer Urkunde aussprechen.