Veröffentlicht am 10.04.2014 von
Auf den Spuren des Bibers

Muschenheim (nab). Ein voller Erfolg ist das erste Treffen der neu gegründeten Kinder- und Jugendgruppe des Naturschutzvereins Muschenheim gewesen. Mehr als 35 Kinder sowie einige Jugendliche und Erwachsene haben sich am Samstag mit dem Betreuerteam um Thekla und Olli Richter, Kerstin Roth, Oskar Schaaf, Otto Schnurrer und Karl Georg Opper auf den Weg gemacht, um die Spuren des Bibers in Muschenheim zu entdecken.

Mit so vielen Teilnehmern aus Kindergarten, Grundschul- und Schulkindern hat zuvor keiner der Verantwortlichen gerechnet. Los ging es am Spielplatz, wo zunächst alle Teilnehmer Namensschilder bekamen und zusammen mtt Betreuerin Thekla Richter an der Gitarre »Mein Biber hat Fieber« sangen. Mit dem Fahrrad fuhren sie im Anschluss in die Gemarkung in Richtung Heiliger Stein, um die Räder dann auf einem Parkplatz abzustellen. Per Fuß und mit einem immer griffbereiten Fernglas wanderten die Mädchen und Jungen vorbei an den Störchen und dem Biotop Neumühle zur Wetter zwischen Muschenheim und Trais-Münzenberg. Nachdem sie eine Weile den Verlauf des Flusses verfolgt haben, entdeckten sie frische und alte Nagespuren des Bibers an einem Baumstamm.

030-foto2Da war es Zeit, sich mit dem größten Nagetier Europas ein wenig genauer zu beschäftigen. Betreuer Karl Georg Opper erläuterte, dass der Biber vor 300 Jahren ausgestorben war, weil er wegen seines dichten Fells und essbaren Fleisch bejagt wurde. Durch Wiederansiedlungsprojekte sind die bis zu 130 Zentimeter langen und 20 bis 30 Kilo schweren Nagetiere von Bayern aus über den Main-Kinzig-Kreis und die Wetterau bis zur Kreisgrenze gelangt. Die Kinder und Jugendlichen erfuhren auch, dass der Biber Vegetarier ist und die Pflanzen am Ufer isst. Den Baumstamm, den die Kinder gesehen haben. hat der Biber angenagt, damit er umkippt und der Biber so an die Knospen und Blätter kommt, so Opper. Was kann man selbst für die Biber tun? Das war die letzte Frage, die Opper an die Kinder hatte, der dann erläuterte, dass man dafür sorgen sollte, dass die Uferbereiche möglichst naturbelassen bleiben, in dem man beispielsweise nicht zu dicht mäht und auch, dass Hundehalter ihre Tiere anleinen sollten, wenn sie am Fluss spazieren gehen. Als besondere Überraschung zeigte Christian zur Löwen, Sohn des Trais-Münzenbergers Tierpräparators Thilo zur Löwen, einen großen, ausgestopften Biber, den die Kinder anfassen konnten. Viel kleiner wirkten im Vergleich die ausgestopfte Nutria und Bisamratte, die es sich ebenfalls an der Wetter gemütlich machen. Nach einem kleinen Picknick. bei dem sich alle Teilnehmer mit »Biber-(Laugen)-Stangen« stärkten, ging es nach gut zweieinhalb Stunden zurück zu den Fahrrädern, mit denen die Kinder dann wieder zum Spielplatz fuhren. Das nächste Treffen der kostenfreien Gruppe (eine Mitgliedschaft im Verein ist für Kinder und Jugendliche kostenlos) findet am Samstag, dem 10. Mai, statt. Bis dahin haben die Kinder und Jugendlichen nun Zeit, sich auch einen Namen für die Gruppe zu überlegen.